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ALBERTSHÖFER GRUBEN

Albertshöfer Gruben

Aus der Zeitung „Stadt, Land, Fluss“ vom 21. Juni 1999 (Redakteur: Frank Weichhan)

Ein Paradies für Pflanzen und Tiere: das ehemalige Kiesabbaugebiet in Albertshofen

Ein Beispiel für gelungene Rekultivierung findet sich im ehemaligen Kiesabbaugebiet in Albertshofen. Albertshofen ist der Lage und Umgebung nach begnadet: die Mainpartie gibt dem Ort eine Naturkomponente, um die man sich andernorts reißen würde.

Sicher, wer hier lebt, wird den Vorteil der Lage am Fluss nicht jederzeit uneingeschränkt zu schätzen wissen, und das Hochwasser, dass ab und an den Ort heimsucht, ist so etwas wie ein Schönheitsfleck auf der Haben-Seite. Dennoch: Fluss, Auen, Gemüsefelder und Waldstücke geben dem Ort von vornherein ein grünes Image. Dass sich auch bei derlei günstigen Voraussetzungen noch manches verbessern lässt, zeigt das Beispiel des ehemaligen Abbaugebiet. Oberhalb des Mainufers hatte die Kitzinger Firma LZR Kies abgebaut. Doch was kommt danach? Diese Frage stellte sich nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Firma selbst.

Mit der Antwort sind heute, zwei Jahre danach, alle zufrieden: das ehemalige Abbaugebiet wurde von der Firma komplett rekultiviert. Die früheren Abbauflächen wurden aufgeschüttet und sind heute Heimat für zahlreiche Pflanzenarten. Das zum Teil bereits dichte Gestrüpp ist wiederum Rückzugsraum vor allem für Vögel. Albertshofens Bürgermeisterin Heidi Reitmeier, die das Projekt von Anfang an enthusiastisch begleitete, ist vollauf zufrieden: „das Gebiet wurde der Natur zurückgegeben“, erläuterte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Es ist jetzt einfach wunderschön da. Die Albertshöfer hätten das Terrain längst auch als Naherholungsgebiet angenommen. Die Doppelnutzung mit der Kombination von Naturschutz und Erholung habe sich bislang bestens bewährt: „das ist eine Oase der Ruhe mit einem enormen Erholungswert“.

Bislang würden die Albertshöfer auch behutsam mit dem rekultivierten Gebiet umgehen, so dass die inzwischen in Scharen eingezogenen Vögel nicht gestört werden. An die frühere Nutzung als Kiesabbaugebiet erinnert heute in der Mitte des Gebiets noch ein kleiner Teich in dem sich längst Fische und Reptilien eingenistet haben. Eine Streuobstwiese macht das natürliche Ensemble komplett.

Des Lobes voll ist auch Dieter Lang von der unteren Naturschutzbehörde am Kitzinger Landratsamt. Für ihn ist das Albertshöfer Projekt ein Biotop aus zweiter Hand hoch, und zugleich eine Möglichkeit der Natur etwas zurückzugeben, dass ihr vorher genommen wurde. Die Initiative der Firma muss man wirklich anerkennen. Für die Zukunft plant die Gemeinde einen Teil des Gebiets noch die Errichtung eines Grillplatzes – eine Maßnahme die nicht nur im Gemeinderat sondern auch mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt ist. Wann der Plan entsprechend ausgebaut wird, steht nach Aussage von Bürgermeisterin Reitmeier noch nicht endgültig fest.

 Zahlen und Fakten

Laufzeit Erster Vertrag von 1936
Diverse Ausbaggerzeiten bis in die 90er Jahre
Fläche
Material Sand & Kies
Volumen 
Verfüllung Verschiedene Flächen der Gemeinde wurden im Laufe der Zeit angepachtet, Sand und Kies entnommen, mit geeignetem Material wieder aufgefüllt oder die Wasserfläche belassen.
Nachnutzung Schonrevier für Fischerei; Erholungsraum für die Bevölkerung
Nachhaltigkeit

Bereits im ersten Vertrag von 1936 sagt „Lenz & Co“ zu, im Falle von Bedarf an Arbeitskräften den Arbeitslosen aus Albertshofen den Vorzug zu geben.

Heute sind für LZR Mitarbeitende in der 4.Generation – auch aus Albertshofen – tätig. Kleine Anekdote: Zeitweise musste der Betrieb zur Albertshöfer Kirchweih der Betrieb geschlossen werden, da zuviele Mitarbeiter fehlten 😉

Besonderheit Mit dem Main durch ein Flutrohr verbunden