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NATURLEHRPFAD HÖRBLACH

„Lebensraum Sand-und Kiesgrube“ – Naturschutz und Kiesabbau sind vereinbar!

LZR-Naturlehrpfad in Hörblach

Lebensraum Sand-und Kiesgrube

 

Naturschutz und Kiesabbau sind vereinbar! Diese Überzeugung im Hause LZR spiegelt sich im Betreiben unserer Sand- und Kiesgruben wider. Im LZR- „Konzept 2’000 – Naturschutz in der Kiesgrube“ wurden im Jahre 1994 die naturverbundenen Maßnahmen schriftlich fixiert.

Mit richtigem Wissen und Einstellung geführt, stellen Sand- und Kiesgruben eine wichtige Ergänzung im Biotopangebot unserer Kulturlandschaft dar – sie sind “Oasen in bedrohter Natur”. Viele Tier- und Pflanzenarten, die sich hier im Abbaugebiet Hörblach angesiedelt haben (darunter auch etliche „Rote-Liste-Arten”), treten den Beweis dafür an.

Die Artenvielfalt kommt nicht von ungefähr. Strukturvielfalt heißt das Zauberwort. Eine gut geführte Kiesgrube weist verschiedene Landschafts- Strukturen durch die parallel stattfindenden Abbauphasen auf: Humusläger als Grubensaum (Wildkräuter), freigelegter Rohboden (Magerrasenbewohner), frische Sandabbrüche (Uferschwalben), Tiefwasserzonen (Fische, Wasservögel), Flachwasserzonen (viele Brut- und Laichplätze) und Wasserwechselzonen (Amphibien, Insekten), bis hin zu bereits rekultivierten Flächen, auf der sich die Natur entwickeln kann. Die Entwicklung geht von den Pionierpflanzen über Sträucher und Büschen bis zum Bäumen und Wald.

Der LZR-Lehrpfad in der Kiesgrube zeigt ein paar markante Strukturen auf, deren Bedeutung anhand ausgewählter Bewohner dargestellt wird.

  1. Eingangstafel: Die Eingangstafel erläutert die Idee hinter diesem Lehrpfad und weist auf Grundsätzliches hin, wie beispielsweise auf den Zusammenhang von Artenvielfalt und Strukturvielfalt.
  2. Steilwand u.a. für Uferschwalben: Diese, der „Rote Liste“ Kategorie 3 (=gefährdet) zugeordnete Brutvogelart, ist seit 1982 Wappenvogel der Bayerischen Sand- und Kiesindustrie und „Vogel des Jahres 1983“. Dank den Ufersteilwänden in den Sand- und Kiesgruben konnte der Bestand der kleinsten Schwalbenart weiter bestehen. Die Uferschwalbe baut darin ihre Brutröhren. Die Tafel erläutert die markanten Besonderheiten des zierlichen Flugkünstlers.
  3. Biotop für Fledermäuse: die Wasserfledermaus: Kiesgruben bieten vielen Fledermäusen ideale Bedingungen. Sie sind ein paradiesisches Jagdrevier mit reich gedecktem Tisch. Auf den nährstoffarmen Böden, aber auch auf den Pionierstandorten wachsen Pflanzen, die ihre Blüten nachts öffnen und stark duften. Nachtkerzen, Phlox, Weidenröschen und Co. wiederum locken Nachtfalter an, die von allen Fledermäusen gern gefressen werden. Die Lehrtafel stellt die Wasserfledermaus vor, doch noch weitere Fledermausarten sind rund um die LZR-Gewinnungsstätte nachgewiesen.
  4. Flachwasserzone u.a. für Bekassine: Die Bekassine, ein taubengroßer Schnepfenvogel, gilt als stark gefährdet („Rote Liste“, Kategorie 2) und ist seit Beginn der Rohstoffgewinnung in Hörblach ständiger Gast. Mit ihrem auffallend langem und spitzen Schnabel kann sie beim Stochern im Schlamm Würmer und Larven im Boden ertasten und diese sogar mit geschlossenem Schnabel fressen, weil sie die Schnabelspitze abspreizen kann. Doch auch über andere Nutzer der Flachwasserzone klärt diese Tafel auf.
  5. Sonder-Tafel vom Bezirk Unterfranken „Der Edelkrebs“ – Der Edelkrebs steht auf der Roten Liste der in Deutschland gefährdeten Tierarten, Kategorie 3. Sein Revier behauptet der Edelkrebs zwischen den Pflanzen der Flachwasserzone. Er benötigt sandig-kiesigen Gewässergrund, um Schlupflöcher, sog. Krebsröhren zu bauen, als auch eine hochwertige Wasserqualität. Das Gelände in Hörblach ist also ideal für den Edelkrebs. Daher hat LZR gemeinsam mit der Fischereifachberatung des Bezirks Unterfranken für den Bestand dieser gefährdeten Art Besatzmaßnahmen durchgeführt.
  6. Rohbodenfläche u.a. für Flussregenpfeifer: Auch der Flussregenpfeifer, ein kleiner Watvogel wurde in die „Rote Liste“, Kategorie 3, zugeteilt. 1993 war er Vogel des Jahres. Sein Lebensraum ist der karge, unbewachsene Rohboden, auf dem er und sein Gelege bestens getarnt sind. In jeder der LZR- Kiesgruben finden Jahr für Jahr mehre Flußregenpfeifer-Pärchen neue Brutmöglichkeiten.
  7. Tiefwasserzone für Karpfen, Weißfische und Co.: Darüber, wie die Fische in den See gelangen und welche Fische sich im Hörblacher Baggersee tummeln, klärt diese Tafel auf. Doch neben den Fischen nutzen auch andere Tiere die Tiefwasserzone. Seit Herbst 2015 sind die beiden ersten Baggerseen des Areals von einem Anglersportverein gepachtet. Die Angler schätzen die Idylle und das gute Fischgewässer.
  8. Flachwasserzone für Wasserinsekten wie die Stabwanze: Dass die Stabwanze auch als „Wassernadel“ bezeichnet wird, kommt vom ihrem grazilen Erscheinungsbild. Sie wird 30 – 35 mm lang (ohne Atemrohr und Fühler) und hat einen sehr schlanken, gelblichbraunen Körper. Sie gelten als Indikatoren für hervorragende Wasserqualität. Ein Blick in die Welt auf und unter die Wasseroberfläche der Kiesgrube lohnt sich: Neben gefräßigen Wasserwanzen tummeln sich dort einfallsreiche Köcherfliegenlarven, ruhelose Wassermilben und Müll schluckende Wasserasseln. Sie alle bilden ein buntes Sammelsurium im Lebensraum Sand- und Kiesgrube und einen reich gedeckten Tisch für die größeren Tierarten.
  9. Wasserwechselzone u.a. für Kreuzkröte: Auch die Kreuzkröte gehört zur „Roten Liste“, Kategorie 3 (gefährdet). Als Spezialistin für schnelle Entwicklung der Nachkommen benötigt sie kurzeitige Wasserstellen, wie sie die Wasserwechselzone bietet. Bei niedrigem Wasserstand fallen hier kleinere Bereiche sogar trocken, bei steigendem Wasser „springen sie wieder an“.

Der Lebensraum Sand- und Kiesgrube ist dynamisch, das macht ihn so wertvoll. Dynamik heißt aber auch: ein Kommen und Gehen. Daher kann der Standort der einzelnen Tafeln nicht angegeben werden, denn er wird sich im Laufe der Zeit verändern. Es liegt an den Besuchern bei einem Rundgang die Tafeln aufzuspüren.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei ihrem Rundgang und hoffen auf Ihr rücksichtsvolles Auftreten in unserer Kiesgrube.

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